Spielfilm Südafrika/Großbritannien/Italien/USA 2004
Von April bis Juli 1994 töteten Hutu-Milizen in 100 Tagen fast eine Million Tutsi. Der größte Völkermord seit dem Holocaust ist zugleich eine humanitäre und moralische Katastrophe, die fast unbemerkt von der westlichen Welt vonstatten ging. Die UNO zog ihre Truppen im April ab, und die Reporter zogen weiter nach Südafrika, wo die ersten freien Wahlen stattfanden. „Hotel Ruanda“ ist eine Hommage an einen „afrikanischen Schindler“, Hotelmanager Paul Rusesabagina, der im belgischen Luxushotel „Mille Collines“ in der Hauptstadt Kigali 1268 Flüchtlingen das Leben rettete. In der psychologisch dichten Inszenierung braucht es nur wenige Blicke auf die Massaker außerhalb der Hotelanlage, um die Atmosphäre wahnhaften Terrors wiederzugeben. Die Hauptrollen in Terry Georges preisgekröntem Drama spielen Don Cheadle („Ocean’s Twelve“) und Sophie Okonedo („The Jackal“), die für ihre darstellerischen Leistungen 2005 mit Oscar-Nominierungen geehrt wurden.
Ruanda 1994. Am Abend des 6. April wird das Flugzeug des ruandischen Präsidenten abgeschossen. Der Konflikt zwischen der Bevölkerungsmehrheit der Hutus und den politisch wie wirtschaftlich dominierenden Tutsis eskaliert endgültig. Als auf den Straßen von Kigali Massaker beginnen, wird der weiße Manager des renommierten Hotels „Mille Collines“ ausgeflogen und Paul Rusesabagina zu seinem Nachfolger ernannt. So gut es geht, versucht Paul gegenüber seinen Gästen den Luxus eines Viersterne-Hotels aufrechtzuerhalten.
Die Friedenstruppen der UN, angeführt von dem raubeinigen belgischen Colonel Olivier, müssen hilflos zusehen, wie Hutus mit Macheten auf ihre Tutsi-Nachbarn losgehen. Mehrere Hundert Tutsis, deren Häuser gebrandschatzt wurden, bitten im Hotel verzweifelt um Schutz, worauf Rusesabagina ihnen Zutritt gewährt. Die Lage spitzt sich dramatisch zu. Doch mit der Evakuierung der europäischen Hotelgäste zerschlägt sich die letzte Hoffnung auf internationale Hilfe für die bedrohten Afrikaner in der Hotel-Enklave.
Für Paul, der eine Tutsi-Frau und drei Kinder hat, bricht eine Welt zusammen, als er seinen wahren Wert in den Augen der Weißen erkennt. Trotzdem denkt er nicht ans Aufgeben. Dank einer instinktsicheren Strategie sichert er seinen Schützlingen Stunde für Stunde um Haaresbreite das Überleben. Mit seinem professionellen Gentlemantum gelingt es ihm, die Macheten schwingenden Soldaten in der Hotellobby immer wieder hinzuhalten. General Bizimungu, den kommandierenden General der Hutu-Milizen, schmiert er mit französischen Francs und schottischem Whisky. Er lügt, trickst und schickt unermüdlich Hilferufe nach Europa. Als ein UN-Konvoi die Flüchtlinge endlich in Sicherheit bringt, hat Paul Rusesabagina durch seine humane Geste mehr als 1.200 Menschen gerettet.
(Text: Das Erste.de)