Amnesty International informiert

Bedrückende Folterpraktiken – Sklaverei durch Globalisierung – Das waren die Themen,  auf welche die Schramberger Gruppe von Amnesty International am Dienstag anlässlich der Eröffnung der AI-Plakateausstellung in der Lesegalerie im Haus des Gastes aufmerksam machte. Es war ein Abend im Rahmenprogramm der Menschenrechtsfahnen-Installation, welche der Verein kunstkultur königsfeld e.V. zusammen mit der Gemeinde Königsfeld organisiert hatte.

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Worte über Folter werden schnell vergessen, Erlebnisse nicht! Und so setzten die Mitglieder der Schramberger Amnesty International-Gruppe die Besucher einer Folter aus – zugegeben einer angedeuteten Folter von einigen Minuten – Stillstehen mit einem ständigen Schlagton im Ohr. In der Realität müssen Gefangene 8 Stunden still stehen, kein Schlaf, kein Klo, kein Ende. Eine rege Diskussion entwickelte sich unter den Besuchern und alle taten das, was von unserem Ort aus möglich ist, nämlich sich zu beteiligen an Briefaktionen, die in der Masse dann ganz spezielle Menschen vor Folter bewahren können.

Im Haus des Gastes zeigte kukuk e.V. dann zwei Filme, die mit den Menschenrechtspreisen ausgezeichnet wurden. Im Film „Verkauft“ gehen die Filmemacher verdeckt in Indien Produzenten nach, die Kinder für ihre Arbeiten einsetzen und die Produkte auch nach Deutschland verkaufen. Ein weiterer Film zeigte, wie wir in den reichen Ländern von der Globalisierung profitieren – auf Kosten derer, welche die Waren für uns produzieren.

Die anschließende Diskussion zeigte das Dilemma auf, in dem sich jeder fühlt: Wie können wir daran etwas ändern? Was müsste geschehen, um das ausbeuterische Wirtschaftssystem humaner zu gestalten? Schreiben wir womöglich einen Brief gegen Pflastersteine aus Kinderarbeit mit einem Kuli, der in Kinderarbeit hergestellt wurde? Stammt das Edelmetall im Smartphone der ermittelnden Reporter nicht vielleicht aus Sklavenarbeit eines Konzerns in Brasilien?

Ein solcher Abend löst nicht dieses Dilemma, hält uns aber wachsam, ermutigt „im Kleinen“ etwas zu tun, was wir moralisch vertreten können, achtsamer zu schauen, wenn wir beispielsweise die Wahl haben zwischen Produkten. Diese Impulse unterstützen uns ganz einfach in der Leitidee Königsfelds: BEWUSSTerLeben.

Die Presse informiert:
SÜDKURIER, 21.05.2015 > Kampf gegen allgegenwärtige Folter
Schwarzwälder Bote Schramberg, 15.05.2015 > Menschenrechte auf den Fahnen